Beruf & Arbeitsplatz

Eine CMT-Diagnose bedeutet nicht, auf berufliche Ziele verzichten zu müssen. Menschen mit CMT sind in den unterschiedlichsten Bereichen tätig und bringen vielfältige Fähigkeiten, Interessen und Erfahrungen mit.

Je nach Ausprägung der Erkrankung können bestimmte Tätigkeiten jedoch mehr Kraft kosten oder Anpassungen notwendig machen. Entscheidend ist deshalb nicht allein die Diagnose, sondern die Frage: Welche Anforderungen stellt mein Beruf – und welche Rahmenbedingungen brauche ich, um gut arbeiten zu können?

Arbeiten mit CMT. © Visual: KI-generiert mit Chat-GPT

Individuelle Möglichkeiten

CMT verläuft von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Während manche Betroffene im Berufsalltag kaum Einschränkungen erleben, können andere beispielsweise Schwierigkeiten beim längeren Gehen oder Stehen, bei körperlich anstrengenden Tätigkeiten oder bei feinmotorischen Arbeiten haben.

Auch Beschwerden, die von außen nicht sichtbar sind, können den Arbeitsalltag beeinflussen. Dazu gehören beispielsweise:

  • Fatigue und raschere Ermüdung
  • Schmerzen oder Krämpfe
  • Gefühlsstörungen in Händen oder Füßen
  • Muskelschwäche in Armen, Händen, Beinen oder Füßen
  • Schwierigkeiten beim längeren Gehen oder Stehen
  • eingeschränkte Feinmotorik und Handkraft

Gerade Fatigue und Schmerzen können unterschiedlich stark ausgeprägt sein und sich im Laufe eines Tages verändern.

Deshalb ist es wichtig, die eigenen Belastungsgrenzen kennenzulernen und Arbeitsabläufe – soweit möglich – daran anzupassen.

Wenn Hände und Finger schneller ermüden

CMT kann auch die Kraft und Geschicklichkeit der Hände beeinträchtigen. Längeres Schreiben, Tippen und Greifen sowie andere feinmotorische Tätigkeiten können dadurch anstrengender werden oder mehr Zeit erfordern.

Je nach Tätigkeit können ergonomische Arbeitsmittel, technische Hilfsmittel oder Anpassungen bei einzelnen Arbeitsabläufen dazu beitragen, Hände und Finger zu entlasten.

Den Arbeitsplatz passend gestalten

Manchmal können bereits kleine Veränderungen dazu beitragen, den Berufsalltag wesentlich angenehmer und sicherer zu gestalten.

Je nach Tätigkeit und persönlichen Bedürfnissen können beispielsweise hilfreich sein:

  • ein ergonomisch eingerichteter Arbeitsplatz
  • geeignete Sitz- und Stehmöglichkeiten
  • kurze und gut zugängliche Wege
  • ein barrierefrei erreichbarer Arbeitsplatz
  • technische oder ergonomische Hilfsmittel
  • ausreichend Möglichkeiten für Bewegungs- und Erholungspausen
  • eine Anpassung körperlich besonders belastender Tätigkeiten
  • eine sinnvolle Organisation von Arbeitsabläufen

Je nach Situation können auch Physio- und Ergotherapie dazu beitragen, körperliche Anforderungen im Arbeitsalltag besser zu bewältigen. Hilfsmittel erleichtern zudem bestimmte Tätigkeiten, sparen Kraft und unterstützen dabei, die Selbstständigkeit im Arbeitsalltag zu erhalten.

➡️ Mehr dazu unter „Behandlung und Therapie“

Energiehaushalt im Fokus

Ein wichtiger Faktor im Arbeitsleben kann Fatigue sein. Sie kann alltägliche Aktivitäten beeinträchtigen und im Laufe des Tages zunehmen. Gleichzeitig ist sie für andere Menschen häufig nicht sichtbar.

Wer seine persönlichen Belastungsgrenzen kennt, kann den Arbeitstag oft besser organisieren. Pausen, der Wechsel zwischen unterschiedlichen Tätigkeiten oder das Vermeiden unnötiger körperlicher Belastungen können helfen, die vorhandene Energie gezielter einzusetzen.

Dabei geht es nicht darum, möglichst wenig zu tun, sondern darum, die eigenen Ressourcen sinnvoll einzuteilen und Überlastung zu vermeiden.

Wenn man die Erkrankung nicht sieht

Nicht alle Auswirkungen von CMT sind für Kolleg:innen oder Vorgesetzte erkennbar. Schmerzen, Fatigue, Krämpfe oder Sensibilitätsstörungen können den Arbeitsalltag beeinflussen, ohne von außen sichtbar zu sein.

Auch die Belastbarkeit kann variieren. Eine Tätigkeit, die an einem Tag problemlos gelingt, kann an einem anderen mehr Zeit oder eine Pause erfordern. Das kann im Arbeitsumfeld mitunter zu Missverständnissen führen.

Eine schwankende Belastbarkeit sagt nichts über Motivation oder Leistungsbereitschaft aus.

Über CMT am Arbeitsplatz sprechen?

Ob und wann Arbeitgeber:innen oder Kolleg:innen über die Erkrankung informiert werden, ist eine persönliche Entscheidung.

Offenheit kann hilfreich sein, wenn Anpassungen am Arbeitsplatz notwendig werden oder bestimmte Tätigkeiten Schwierigkeiten bereiten. Informationen über CMT können auch dazu beitragen, Verständnis für Einschränkungen zu schaffen, die für andere nicht unmittelbar sichtbar sind.

Wie offen mit einer Diagnose umgegangen wird, hängt immer von der persönlichen Situation und dem Arbeitsumfeld ab. Es gibt nicht den einen richtigen Weg.

Berufswahl und berufliche Entwicklung

Bei der Wahl eines Berufs sollten zunächst die eigenen Interessen, Fähigkeiten und Ziele im Mittelpunkt stehen.

Gleichzeitig kann es sinnvoll sein, die körperlichen Anforderungen eines Berufs realistisch einzuschätzen. Tätigkeiten mit dauerhaft schwerer körperlicher Belastung, langen Geh- oder Stehzeiten oder hohen feinmotorischen Anforderungen können je nach Ausprägung von CMT schwieriger sein.

Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass ein bestimmter Beruf ausgeschlossen ist. Hilfsmittel, technische Entwicklungen und individuell angepasste Rahmenbedingungen können Möglichkeiten eröffnen.

Auch wenn sich CMT im Laufe des Lebens verändert, muss dies nicht zwangsläufig bedeuten, den Beruf aufzugeben. Je nach Situation können angepasste Aufgaben, Veränderungen am Arbeitsplatz oder eine berufliche Neuorientierung neue Perspektiven schaffen.

CMT-Austria unterstützt dich!

CMT-Austria bietet Orientierung bei Fragen rund um das Arbeiten mit CMT, informiert über mögliche Anlaufstellen und hilft dabei, passende Angebote zu finden. Wir freuen uns über deine Kontaktaufnahme.

📧 E-Mail: office@cmt-austria.at
📞 Telefon: Unsere Telefonhotline 0676/6601851 ist Montag bis Freitag von 18 bis 19 Uhr erreichbar!

Arbeit ist mehr als körperliche Leistungsfähigkeit

CMT beeinflusst bestimmte körperliche Fähigkeiten – nicht die geistige Leistungsfähigkeit.

Wissen, Erfahrung, Kreativität, soziale Kompetenz oder fachliches Können werden durch CMT nicht eingeschränkt. Ein passender Arbeitsplatz sollte sich deshalb nicht nur daran orientieren, was körperlich schwierig ist, sondern vor allem daran, was ein Mensch kann und welche Voraussetzungen er braucht, um seine Fähigkeiten einzusetzen.

Erfahrungen aus dem Berufsleben

Wie unterschiedlich der Weg ins Arbeitsleben mit CMT aussehen kann, zeigen die persönlichen Erfahrungen von Betroffenen.

In der CMT-Mappe für Schulärzt:innen, Lehrpersonal und Eltern erzählt Julia ihre Geschichte – von ihrer Schulzeit über die Suche nach einer Lehrstelle bis zu ihren Erfahrungen im Berufsleben. Dabei berichtet sie auch von Schwierigkeiten, die ihr aufgrund ihrer Erkrankung auf ihrem beruflichen Weg begegnet sind.

Ihre Geschichte zeigt, wie wichtig es ist, den eigenen Weg zu finden, sich Unterstützung zu holen und sich von Rückschlägen nicht entmutigen zu lassen.

➡️ Julias Geschichte nachlesen

Das könnte dich ebenfalls interessieren

ALLTAG MIT CMT

Hier findest du erprobte Ansätze, die dir helfen können, deinen Alltag mit CMT möglichst selbstbestimmt und gut zu gestalten.

➡️ Weiter zu „Alltag mit CMT“

Schule & Ausbildung

Informationen und Empfehlungen für Kinder, Jugendliche und Lehrpersonal für den Schulalltag.

➡️ Weiter zu „Schule & Ausbildung“

Hilfsmittel & Unterstützung

Hilfsmittel, Therapien und Angebote, die das Leben mit CMT erleichtern und unterstützen.

➡️ Weiter zu „Hilfsmittel & Unterstützung“

Erfahrungsberichte

Persönliche Geschichten von Menschen mit CMT – authentisch, vielfältig und inspirierend.

➡️ Weiter zu „Erfahrungsberichte“