Physiotherapie & Bewegung

Physiotherapie ist ein zentraler Baustein der Behandlung bei CMT. Sie kann dazu beitragen, vorhandene Muskelkraft und Ausdauer möglichst lange zu erhalten, die Beweglichkeit zu fördern und alltägliche Bewegungsabläufe zu verbessern.

.Physiotherapie und regelmäßige Bewegung können dazu beitragen, Beweglichkeit, Kraft und Koordination möglichst lange zu erhalten. © Visual: KI-generiert mit Chat-GPT

Da CMT die peripheren Nerven betrifft und sich die Beschwerden von Mensch zu Mensch unterscheiden, sollte die Therapie immer individuell auf die persönlichen Möglichkeiten und Einschränkungen abgestimmt werden. Wichtig ist dabei ein Training, das fordert, aber nicht überfordert.

Individuelle Therapie statt Standardprogramm

CMT ist ein komplexes Krankheitsbild. Deshalb ist es wichtig, dass Physiotherapeut:innen über die Erkrankung und ihre Besonderheiten informiert sind.

Auch wenn die Diagnose bereits bekannt ist, steht am Beginn der Physiotherapie eine individuelle Untersuchung. Denn behandelt wird nicht allein die Diagnose CMT, sondern der Mensch mit seinen jeweiligen Beschwerden, Fähigkeiten und Therapiezielen.

Je nachdem, welche Einschränkungen im Vordergrund stehen, können unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt werden – beispielsweise bei der Beweglichkeit, beim Gehen, beim Gleichgewicht, bei der Greiffunktion oder bei der Körperwahrnehmung.

Muskelfunktion und Kraft fördern

Die Muskelschwäche bei CMT entsteht, weil die peripheren Nerven, die die Muskulatur steuern, durch die Erkrankung beeinträchtigt sind. Dadurch können Nervenimpulse nicht mehr ausreichend an die Muskeln weitergeleitet werden. Mit der Zeit kann dies zu einer Abnahme von Muskelkraft und Muskelmasse führen.

Physiotherapie setzt deshalb nicht nur bei der Muskelkraft an. Ziel ist es, die vorhandenen Muskelfunktionen bestmöglich zu nutzen, Bewegungsabläufe zu verbessern und die vorhandene Kraft und Ausdauer möglichst lange zu erhalten.

Dabei können unterschiedliche physiotherapeutische und neurophysiologische Therapiekonzepte eingesetzt werden. Ein Beispiel ist PNF – Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation. Dabei werden Bewegungsmuster und verschiedene Muskelgruppen gemeinsam angesprochen, um funktionelle Bewegungsabläufe zu unterstützen.

Welche Übungen und Methoden geeignet sind, hängt von den individuellen Beschwerden und Fähigkeiten ab. Die Belastung sollte so gewählt werden, dass die Muskulatur gezielt gefordert, aber nicht überfordert wird.

WIssenswert: was ist PNf?

PNF steht für Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation. Das physiotherapeutische Konzept zielt darauf ab, das Zusammenspiel von Nerven und Muskeln sowie funktionelle Bewegungsabläufe zu fördern. Dabei werden nicht nur einzelne Muskeln isoliert trainiert, sondern Bewegungsmuster als Ganzes einbezogen.

Beweglichkeit erhalten

Neben der Muskulatur spielt auch die Beweglichkeit der Gelenke eine wesentliche Rolle. Sie beeinflusst, wie gut alltägliche Bewegungen ausgeführt werden können.

Sind Gelenke in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt, können physiotherapeutische und manualtherapeutische Techniken eingesetzt werden, um die Beweglichkeit zu fördern. Ein größerer Bewegungsbereich kann wiederum dazu beitragen, dass die vorhandene Muskulatur effizienter eingesetzt werden kann.

Das kann sich beispielsweise positiv auf das Gangbild oder die Greiffunktion auswirken.

Um die Bewegungsabläufe zu verbessern, genügt es nicht, nur Muskeln zu aktivieren und Gelenke wieder beweglicher zu machen. Darauf aufbauend ist es wichtig, das Gehen und Greifen im Speziellen zu üben. © Visual: KI-generiert mit Chat-GPT

Alltägliche Abläufe gezielt üben

Mehr Beweglichkeit und die Aktivierung der Muskulatur allein reichen nicht aus. Die daraus entstehenden Bewegungsmöglichkeiten müssen auch gezielt in alltäglichen Abläufen trainiert werden.

Deshalb gehört das Üben konkreter Bewegungsabläufe zur Physiotherapie. Dazu zählen insbesondere das Gehen und Greifen sowie weitere Bewegungen, die für die Selbstständigkeit im Alltag wichtig sind.

Ziel ist es, vorhandene Fähigkeiten möglichst gut einzusetzen und Bewegungsabläufe funktionell zu verbessern.

Körperwahrnehmung und Sensibilität schulen

CMT kann neben den motorischen auch die sensiblen Nerven betreffen. Das hat zur Folge, dass bestimmte Körperbereiche weniger gut wahrgenommen oder gespürt werden, was wiederum Bewegungsabläufe beeinträchtigen kann.

Die Schulung der Körperwahrnehmung ist deshalb ein weiterer wichtiger Bestandteil der Physiotherapie. Ziel ist es, die Sensibilität und Wahrnehmung betroffener Körperbereiche zu fördern und diese bewusster in Bewegungsabläufe einzubeziehen.

Jene Körperabschnitte, die nicht oder nur schlecht wahrgenommen bzw. gespürt werden können, sind auch in der Bewegung eingeschränkt. Es ist sinnvoll, die Sensibilität dieser Körperabschnitte zu fördern und zu schulen. © Visual: KI-generiert mit Chat-GPT

Bewegung ja – Überforderung nein

Regelmäßiges Training ist für Menschen mit CMT wichtig. Gleichzeitig sollte eine Überlastung vermieden werden.

Die Therapie muss deshalb an die vorhandene Muskelkraft, Ausdauer und die individuellen Beschwerden angepasst werden. Physiotherapeut:innen können dabei unterstützen, Intensität und Umfang des Trainings passend festzulegen und bei Veränderungen anzupassen.

Gut zu wissen: Fordern, aber nicht überfordern

Bewegung und Training sollen die vorhandenen Fähigkeiten unterstützen. Entscheidend ist die individuell passende Belastung. Ein ausreichend intensives, aber nicht überforderndes Training kann dazu beitragen, vorhandene Muskelkraft und Ausdauer möglichst lange zu erhalten..

Bewegung als Teil der Therapie

Bewegung gehört auch außerhalb der Physiotherapie zu einem aktiven Umgang mit CMT. Mäßiges Krafttraining und sanfte Sportarten wie Schwimmen oder Nordic Walking können dabei eine gute Möglichkeit sein, regelmäßig aktiv zu bleiben.

Welche Bewegungsform geeignet ist, hängt von den persönlichen Beschwerden, der körperlichen Leistungsfähigkeit und dem Verlauf der Erkrankung ab.

Wichtig ist vor allem, Bewegung regelmäßig in den Alltag zu integrieren und auf die Signale des eigenen Körpers zu achten. Bei Unsicherheiten sollte gemeinsam mit Physiotherapeut:in oder Ärzt:in geklärt werden, welche Aktivitäten und welche Belastungsintensität geeignet sind.

Möglichst früh beginnen – und dranbleiben

Eine frühzeitige Diagnose kann dazu beitragen, geeignete therapeutische Maßnahmen rechtzeitig einzuleiten.

Konsequentes und individuell abgestimmtes Training kann dazu beitragen, die vorhandene Muskelkraft und Ausdauer möglichst lange zu erhalten. Dabei kommt es auf die richtige Belastung an: Das Training sollte ausreichend fordern, ohne zu überfordern.

Entscheidend ist daher nicht eine einzelne intensive Therapiephase, sondern eine langfristige und regelmäßige Begleitung, die an die individuellen Möglichkeiten und Veränderungen im Krankheitsverlauf angepasst wird.

Wo kann Physiotherapie stattfinden?

Physiotherapie kann je nach persönlicher Situation und regionalem Angebot an unterschiedlichen Stellen stattfinden:

  • ambulant oder stationär im Krankenhaus
  • in Rehabilitationszentren
  • in Ambulatorien für Physikalische Medizin
  • bei freiberuflich tätigen Physiotherapeut:innen
  • je nach Angebot auch im Rahmen von Hausbesuchen

Bei freiberuflich tätigen Physiotherapeut:innen können je nach Krankenversicherung unterschiedliche Regelungen zur Kostenübernahme oder Kostenerstattung gelten. Deshalb ist es wichtig, sich vor Beginn der Therapie beim Krankenversicherungsträger über die aktuellen Voraussetzungen zu erkundigen.

Ärzt:innen & Therapeut:innen finden

Du suchst eine geeignete Anlaufstelle? Im Bereich Hilfe & Services findest du Informationen zu Ärzt:innen, Therapeut:innen und weiteren Fachstellen rund um CMT.

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Physiotherapie als Teil der Gesamtbehandlung

Physiotherapie und regelmäßige Bewegung sind wichtige Bausteine der Behandlung von CMT. Je nach Beschwerden können zusätzlich orthopädische Maßnahmen, Orthesen und andere Hilfsmittel sowie neuroorthopädische oder schmerztherapeutische Behandlungen sinnvoll sein.

Eine gute Abstimmung zwischen den beteiligten Fachbereichen hilft dabei, die Behandlung an deine individuelle Situation und den Verlauf der Erkrankung anzupassen.

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